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Auf die
Ausschreibung der Stadt Kiel „Künstler machen Kielgeschichte" antwortet
Rudolf Kley mit seiner Aktion „Kunst oder Kielgeschichte. So oder so!" und
lässt sich Fußabdrücke und Schuhe der Kieler Bevölkerung in die Apotheke
senden. Die Schuhe malt er an. Kiel nimmt die Ausschreibung aus Geldmangel
zurück. Das bringt Kley auf die Idee, der Stadt Kiel bei seiner Aktion
anlässlich des Jubiläums der Galerie Vorderstrase in Orsoy etwas zu pumpen.
Allerdings wörtlich. Auf die Luftpumpe hatte ihn ein Satz in Norbert Wolfs
Buch „Kunstwerke verstehen und beurteilen gebracht". „Andererseits würden
wir wohl nicht auf die Idee kommen, das Verständnis von Kunst an einer
Luftpumpe zu erproben." Seit seinem 40. Geburtstag sammelt Rudolf Kley
Luftpumpen. Kley tritt der Bürgerinitiative zum Erhalt des
Kaiser-Wilhem-Krankenhauses (KWK) in Duisburg-Meiderich bei und protestiert
gegen den Bettenabbau mit KWK-Suchbildern (1987) Immer wieder macht er
bei Ausstellungseröffnungen und Aktionen auf sein
Luftpumpenprojekt aufmerksam. Alle Medien nehmen sich in der Folge dem Thema
Luftpumpen an. So gibt es in der ARD es in der Sendung „Allerhand" ein
Porträt der Aktion. Man kann der Aktion im wahrsten Sinne des Wortes „sein
Ohr leihen" und erhält es auf einer Grafik zurück. 1989 erscheint sein
Kalender "Grafik 1989". 1989 stellt Rudolf Kley auch auf dem FDP-Parteitag
in der Duisburger Mercatorhalle seine Werke aus und Sammelt auch hier
Luftpumpen. Er will das Weizenfeld, in dem sich Vincent van Gogh erschossen
hat, aus gelben Luftpumpen rekonstruieren und die Luftpumpe als
„Qualitätsmaßstab für Kunst" einführen. Der
Bundesminister für
Bildung und Wissenschaft, Jürgen Möllemann, leiht der Aktion sein Ohr und
verfasst das Geleitwort zu Kleys Kalender 1990 mit dem Titel: „Vincent 1990.
Ich male, also lebt van Gogh!" 1990 jährt sich zum einhundersten Mal der
Todestag von Vincent van Gogh. Das Grußwort schreibt Duisburgs
Oberbürgermeister.
OB Krings hat es Kley anscheinend nicht übel genommen, dass
er anlässlich der Universiade vor dem Stadion gegen die Entsorgung hochgiftiger
Filterstäube in einem Meidericher Wohngebiet protestiert hat. Mit Luftpumpen
und mit sogenannten Filterschutzhauben, die er Besuchern der Universiade
aufgesetzt hat. Er fotografiert die Besucher mit den Hauben und benutzt
diese Fotos zur Bereitung von Bilduntergründen. Die Bilder stellt er in der
DGHS-Akademie Düsseldorf, in den Räumen der „Deutschen Gesellschaft für
humanes Sterben" in Düsseldorf aus. DGHS-Präsident Atrott kauft
bezeichnenderweise eines dieser Bilder für die Bundesgeschäftsstelle in
Augsburg.
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