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Im Rahmen der
14. Duisburger Akzente 1990 „Unser Haus Europa" zeigt Rudolf Kley
„Malerei an der Wende". Die Einladungskarte ist nach dem Motto
entstanden „Würde van Gogh heute noch leben, gingen ihm auch Luftpumpen
durch den Kopf!" Kley entwirft eine „Russlandgrafik". Eine Luftpumpe
treibt auf dieser Grafik ein Schiff an, das van Goghs Weizenfeld nach
Russland bringt. Es wird von einer Friedenstaube gesteuert. 100
Bestellungen gehen ein, nicht genug, um den aufwendigen Druck von 1000
Exemplaren zu finanzieren. 1990 kommt Rudolf Kley richtig auf den Hund,
genauer gesagt auf einen Hund namens Hubertus. Ein Deutsch-Drahthaar.
Hautnah bekommt Kley jetzt die Sorgen und Nöte der Hundebesitzer mit,
aber auch die Ängste der Mitbürger ohne Hund. Er gründet zum
Interessenausgleich die „Interessengemeinschaft der Hundesteuerzahler
Duisburg e.V." Für Kley hat die Hundehaltung einem der Malerei durchaus
vergleichbaren therapeutischen Stellenwert. Malen ist gesund. Immer
wieder grübelt Rudolf Kley darüber nach, wie er erwachsenen Menschen,
die Angst vor der weißen Fläche haben, nicht wissen, was sie malen
sollen, an diese wohltuende Freizeitbeschäftigung heranführen kann.
Dabei kann jeder Erwachsene seinen Namen schreiben. Wenn dies mit
großzügigen Gesten geschieht, entstehen auf der Bildflächen Felder, die
man farbig ausmalen kann. Kley nennt das NAMEART.
Für ihn ist sowieso der Name die Kunst. Kunstwerke werden durch Namen
des Künstlers erst zu Markenartikeln. Da die Preise immer
Liebhaberpreise sind, darf sich über zu hohe Preise nur derjenige
aufregen, der sich über die Verschwendung öffentlicher Gelder ärgert. Im
April 1991 startet Rudolf Kley ausnahmsweise einmal unter Ausschluss der
Öffentlichkeit seine „NAMEART". Kley bittet Weltfirmen um die Erlaubnis,
seine Bilder mit ihren Firmennamen oder dem Namen eines ihrer bekannten
Produkte signieren zu dürfen. Kley malt nämlich nur „Kley" auf die
Bilder. Damit erübrigt sich eine Unterschrift mit dem eigenen Namen.
Absagen und Zusagen halten sich die Waage. Nike hat nichts dagegen,
Black und Decker schon. Zur Ausstellung anlässlich des 15jährigen
Galeriejubiläums der Galerie 77 erscheint auch hoher Besuch von THOMSON
CONSUMER ELECTRONICS, der General Manager Jens Oberheide. Weil sich Coca
Cola sträubt, benutzt Kley für ein Bild ausschließlich das braune
Getränk als Farbe. Coca Cola wird damit selbst zur Unterschrift! Diese
Spitzfindigkeit findet sich auch im nächsten Akt wieder.
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