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Spitzfindig
erklärt Rudolf Kley Hunde zu Kunstwerken. Kunstwerke sind natürlich
hundesteuerfrei. Von Stern TV erhält er dafür den Stern der Woche. TASS,
Frankfurter Allgemeine und Impulse berichten darüber, um nur einige zu
nennen. Rundfunk und Fernsehen verbreiten die tolle Nachricht für alle
Hundefreunde. Bundesweit wird geschmunzelt. Bei alledem kommt aber auch der
Apotheker in Rudolf Kley nicht zu kurz. Er hat schon gegen Blüm protestiert.
(Aufgeregt hatte der Minister einen von ihm gestalteten Handzettel in der
Tagesschau vorgelegt) Gegen Seehofers Gesundheitsreform sammelt er
Patientenunterschriften und fügt sie zu einem zwei
Kilometer langen Beschwerdebrief zusammen. Motto „Dringend erforderliche
Therapieformen werden mittelalterlichen anmutenden Behandlungsmethoden
geopfert. Weil Du arm bist, musst Du eher sterben!" Aber noch eine andere
Gefahr macht Kley aus. Sie betrifft die Selbstmedikation. Verstärkt drängen
Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, die mit ihrem Wirkversprechen
durchaus mit Arzneimittel konkurrieren, dadurch aber auch ihre
Verkehrsfähigkeit aufs Spiel setzen. Um die Verbraucher zu warnen, schreibt
Rudolf Kley jetzt „Nur Arzneimittel sind Arzneimittel" als Botschaft auf
seine Bilder. „5 Minuten Bildbetrachtung ersetzten die Tagesdosis bestimmter
„Superpillen". Der Präsident der Apothekerkammer Nordrhein Rudolf
Mattenklotz, eröffnet eine Ausstellung dieser Bilder im Oktober 1994. Die
Botschaft wird auch über das Fernsehen verbreitet. Die Berliner Zeitung
fordert sogar „Pinsel statt Pillen!" Rudolf Kley bleibt dem Thema treu.
Seinen fünfzigsten Geburtstag feiert er 1996 in der Galerie 77 mit einer
Ausstellung. Titel: „Placebo 50. Jeder Mensch ist ein Placebo" Die Kraft,
mit der ein Placebo heilt, steckt in jedem Menschen. Warum soll man dann
welche Schlucken? Die Gäste erhalten eine Urkunde und können diese
Erkenntnis schwarz auf weiß nach Hause tragen. Im Januar 1997 erklärt er die
Abgeordneten des Bundestages zu Placebo und schickt jedem Abgeordneten eine
auf seinen Namen ausgestellte Urkunde. Auslöser war die Diskussion um die
Erhöhung der Patientenzuzahlung
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