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Für Kley sind
Placebo die Exoten im Arzneimittelzoo: „Doch nirgendwo steht ein Schild
„Füttern verboten". Manche halten Placebos deshalb auch nur für die Goldesel
ihrer Hersteller und ihrer Verkäufer. Doch die Dukaten kommen von den
Verbrauchern. Die richtige Arznei wird zum Glückspiel!" Zum „Tag der
Apotheke" hält Kley einen Vortrag „Placebo in, Krankheit out" Quintessenz
für Kley: „Die Patienten sollen ihren Arzt und Apotheker erst einmal nach
der Wirksamkeit der Arznei und der Therapie befragen, dann können sie sich
immer noch Gedanken über die Nebenwirkungen machen". Über die Antworten
macht Kley sich allerdings keine Illusionen. Die ärztliche Therapie hat
schon immer den Placeboeffekt genutzt. Der Anteil
wächst anscheinend. Den Patienten werden immer öfter Therapien angeboten,
die die Krankenkassen nicht übernehmen. Nach Rudolf Kley müsste es das Ziel
einer modernen Gesundheitserziehung sein, dass jeder diese Placeboeffekte
bei Bedarf in sich selbst abrufen kann. Das wäre wirklich Kosten sparend und
das Gesundheitswesen wäre gerettet. Nicht alle Kollegen sind dieser Meinung.
Schließlich kann man auch am Placebo ganz schön verdienen. Auch an
"Bach-Blüten". In Meiderich kommt es deshalb sogar zum
„Bach-Blüten-Krieg". Ein Kollege aus Marburg, Dr. Gregor Huesmann, zettelt
den Krieg aus einem vergleichbaren Grund mit einem Hersteller an. Er stellt
Haifischknorpelpulver als den „Scheiß des Monats" an den Pranger. Er handelt
sich so eine existenzbedrohende Klage ein. Rudolf Kley richtet sofort ein
Spendenkonto für den Marburger Kollegen ein: „Damit wir auch in Zukunft den
Mund noch aufmachen können!" Den einzahlenden Apothekern, Studenten und
Professoren verspricht er als zusätzlichen Anreiz eine Grafik. Nach Jahren
gewinnt der Dr. Huesmann den Prozess. Für die „art collection" der Firma
Lauer-Fischer gestaltet Rudolf Kley die erste WINAPO CD-ROM. Zur
Jahrtausendwende gibt Rudolf Kley selbst einen Kalender mit „FETT WEG!"
Bildern heraus. Tagtäglich soll dieser Kalender die Verbraucher daran
erinnern, der Werbung für Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel nicht
blind zu vertrauen. Diese karikiert der Apotheker mit der Behauptung: „Eine
Stunde Bildbetrachtung dieser schönen, bunten „FETT WEG!"- Kalenderbilder
bringt 1 Kilo Gewichtsverlust!". Jedem Kalender liegt ein Fragebogen zu
seiner von der AOK gesponserten Untersuchung bei: „Können Farben heilen?"
Der Polizeipräsident von Münster erfährt von Kleys Luftpumpenaktion. Er
stellt ihm einen Platz für das Luftpumpenfeld vor dem Präsidium zur
Verfügung. Jede Polizeidienststelle in NRW nimmt seitdem Luftpumpen für
dieses Feld entgegen. Nicht einverstanden war der Polizeipräsident mit Kleys
Interpretation des Luftpumpenfeldes als Gesundheitsmahnmal. Der Apotheker
rief unter der Überschrift „Luft ist Leben" die durch die Gesundheitsreform
gesundheitlich gebeutelten Patienten zur Luftpumpenspende auf. Ärzte und
Apotheker wurden in ihren Fachzeitschriften um Unterstützung gebeten. Diese
Grafik tauscht Kley gegen Luftpumpen ein.Das Büro des Bundespräsidenten
Johannes Rau störte sich ebenfalls daran. Das „Gesundheitsmahnmal" verletzte
die politische Neutralität des Bundespräsidenten. Es war nämlich
vorgesehen, dass der Bundespräsident in Münster das Picasso Museum eröffnet
und Kley eine Luftpumpe spendet und persönlich überreicht. Da der
Bundespräsident aus gesundheitlichen alle Termine im September 2000 absagte,
erledigte sich dieses Problem von selbst. Obwohl wieder bundesweit über die
Aktion in Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen berichtet wurde, sind die
benötigten 30 000 Luftpumpen bisher nicht zusammengekommen. Kley hoffte,
dass sein „Tu(e)-Gutes-Projekt" auch die Spendenbereitschaft für Luftpumpen
anregte. Dies war nicht der Fall. Einen Trumpf hat Kley noch im Ärmel.
Sollte es am Ende mit dem Luftpumpenfeld in Münster nicht klappen, darf er
sich auf die BUGA 2011 in Duisburg freuen. Vertreter der Stadt Duisburg
haben großes Interesse an der Aktion gezeigt. Vorsorglich hat Kley für sich
das Motto dieser BUGA, „BUGA Duisburg verbindet", umgemünzt in „Luftpumpen
verbinden!" und gleich ein Plakat dazu entworfen. |