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Versöhnung im Gesundheitswesen. Grafik an der Wand und Du wirst nicht mehr krank ! ? Der Meidericher Apotheker, Maler und Aktionskünstler Rudolf Kley hat es ganz genau gehört. Das Gesundheitswesen schreit nach Versöhnung. Oder sind es vielleicht doch die Patienten, die sonst auf der Strecke bleiben? Flugs hat der selbsternannte Gesundheitskünstler, bei dem Patienten in der Vergangenheit als Vorgriff auf die Folgen der Gesundheitsreform schon ihren Löffel abgeben durften, eine Versöhnungsgrafik geschaffen. „Diese Grafik löst das Problem!“ behauptet jetzt der Apotheker augenzwinkernd. „Wo die Grafik zuhause an der Wand hängt, wird keiner mehr krank! Zwischenzeitlich kann man dann die Probleme im Gesundheitswesen lösen!“ Wie die Grafik denn wirkt? Na ähnlich wie die Blüten a la Bach, die selbst auf Entfernung wirksam sein sollen oder die Homöopathischen Arzneimittel, die eine umso stärkere Wirkung entfalten sollen, je verdünnter sie sind. „Je größer der Abstand zu der Grafik um so stärker die Wirkung“, sagt der Fachmann für Arzneimittel und Malerei. Er schließt aber auch ein bisschen Voodoo nicht aus und nimmt an, dass selbst Passanten auf der Straße, z.B. vor der Apotheke, unwissentlich von der Aura dieser Grafik erreicht werden. Er denkt darüber nach, entsprechende Hinweisschilder an seiner Apotheke anzubringen. Hier können Kunden die Grafik kostenlos erhalten. Jeder kann sie aber auch kostenlos aus dem Internet unter „www.deapo.de“ herunterladen. Eine praktische Angelegenheit, weil wegen der geplanten Bonus-Malus-Regelung für Ärzte – Ärzte profitieren vom Nichtverschreiben - die Unterversorgung mit Arzneimitteln vorprogrammiert ist. Doch dann wird der Rudolf Kley ernst. Was ist nun auf dieser Grafik drauf? Auf dieser Grafik steht tatsächlich das Wort Versöhnung zwischen den Zeugnissen zweier Aktionen, mit denen der Apotheker bereits in der Vergangenheit Furore gemacht hat. 1993 hat der Guinnessrekordler(Guinnessrekord 1985 für die längste abstrakte Bildfolge) einen 2 Kilometer langen Protestbrief an Gesundheitsminister Seehofer aus Patientenunterschriften nach dem Motto „Weil Du arm bist, musst Du eher sterben!“ zusammengestellt, der aufgerollt in keinen Briefkasten passte. 10 Jahre später bekommt der Apotheker aus ganz Deutschland Post, „Löffelpost“. Selbst silberne Kaffeelöffel sind dabei. Bürger reagieren so nach einem Aufruf in der Presse ihre Furcht vor den Folgen der Gesundheitsreform ab, geben schon mal vorsorglich aus Protest ihren Löffel ab. Nachdem der Apotheker mit diesen Löffeln auf dem Deutschen Apothekertag 2003 viel Lärm gemacht hat (Apo-Mopp), verarbeitet er 2005 einem Teil dieser Löffel zu einer Plastik, einen „Löffeltrockner“ frei nach Duchamp (auch auf der Grafik). Per E-Mail streckt er seine versöhnende Hand aus und bietet der frisch wieder gewählten Ulla Schmidt dieses Kunstwerk als Leihgabe für ihr Ministerium an. Die feierliche Enthüllung dieses „Gesundheitsmahnmals“ wäre nicht nur für ihn ein deutliches Signal dafür gewesen, dass die gesundheitlichen Sorgen der Bevölkerung ernst genommen werden. Das Engagement von Rudolf Kley für mehr Eigenverantwortung „sowohl in eigner Sache und als Vorbild für andere“ wird begrüßt, die Aktion „Löffelabgeben“ aber als Polemik vom Gesundheitsministerium abgetan. „Kein Fortschritt“, meint Rudolf Kley, „Ähnlich verfährt man eben auch mit den Sorgen der Patienten. Man hakt sie einfach nur ab.“ Und was die Polemik angeht, darin ist die Gesundheitsministerin nach seiner Ansicht wahre Meisterin. Immer wieder vergleicht sie ein fiktives Einkommen der Ärzte mit dem Durchschnittsverdienst eines Arbeitnehmers, erwähnt aber nicht die unterschiedlichen Arbeitszeiten. Nach Montgomery sind Wochenarbeitszeiten von mehr als 80 Stunden inklusive Überstunden keine Seltenheit bei Ärzten. Noch ein Skandal. „Das Grundgehalt ist so niedrig, dass gerade viele der jungen Ärzte zusätzliche Einkunftsquellen benötigen. Es gibt Ärzte, die im Krankenhaus arbeiten und zusätzlich noch Taxi fahren.“ ( Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe ) Rudolf Kley: „Mit Polemik kommen wir wirklich nicht weiter, wir brauchen versöhnlichere Töne. Alle Beteiligten sollten sich meine Versöhnungsgrafik in ihrem Arbeitszimmer aufhängen. Dann macht auch bald der richtige Ton wieder die Musik!“ Die Versöhnungsgrafik ist vom Ursprung her eine der Jubiläumsgrafiken, die der Apotheker anlässlich seines 60 Geburtstages und seiner 30 jährigen Selbstständigkeit herausgibt.
Zur Person und Jubiläumsgrafik
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